„Besonnenheit ist die schärfste Waffe gegen Angst“

Veröffentlicht am Mi., 21. Dez. 2016 12:05 Uhr
THEOLOGIE DER STADT

Superintendent Dr. Bertold Höcker zur Frage, wie wir angesichts des Terrors in Berlin Weihnachten feiern können.

„Der Anschlag am 19. Dezember auf dem Breitscheidplatz vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zeigt, dass auch wir nicht sicher sind. Auf einem symbolträchtigem Platz direkt neben einer Kirche, die durch ihren Bau verdeutlicht, was Gewalt anrichten kann, sind zwölf Mitmenschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

Besonnenheit ist jetzt unsere schärfste Waffe gegen die Angst, die Gewalttäter schüren wollen und gegen alle Spaltungs- und Radikalisierungstendenzen in unserer Gesellschaft.

An Weihnachten verkünden wir die Geburt des Gottessohnes. Auch er wurde in eine Welt voller Gewalt und Angst hineingeboren: Im Römischen Reich herrschte das Recht des Stärkeren. Brutale Gewalt war an der Tagesordnung.

Gegen alle Angst vor dieser Gewalt in unseren Tagen machen wir uns als Christen die Botschaft des Friedefürsten Jesus Christus zu eigen: Du bist ein geliebter Mensch. Und da alle Menschen von mir geliebt sind und werden, soll Friede unter euch sein. Dieses ist der tiefe Grund,warum wir Weihnachten feiern: Der Friede auf Erden beginnt gewaltfrei in unseren Herzen und Köpfen. Trotz allem Grauen lass dich davon nicht erschrecken, sondern vertraue dem machtlosen Kind in der Krippe, das nur durch die Liebe herrscht.

Jochen Klepper hat es in seinem wunderbaren Adventslied „Die Nacht ist vorgedrungen“ beschrieben:

„Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid- und Schuld. Doch wandert nun mit allen, der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr. Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.““
Dr. Bertold Höcker ist Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte


Foto: M. Kirchner

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