Bernhard-Lichtenberg-Denkmal in Berlin enthüllt

Veröffentlicht von Cornelia Schwerin am Di., 4. Jun. 2019 11:35 Uhr
WAS BEWEGT BERLIN?

In Berlin-Charlottenburg ist am Montag auf dem Vorplatz der Katholischen Liebfrauenschule feierlich ein Bernhard-Lichtenberg-Denkmal enthüllt worden. Das Kunstwerk entstand in Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern der Schule sowie von Pater Abraham Fischer von der Benediktinerabtei Meschede, wie das Erzbistum Berlin mitteilte.

Das Denkmal erinnert an den Dompropst Bernhard Lichtenberg, der sich als Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin-Charlottenburg (1913-1930) für die Gründung und den Aufbau der Liebfrauenschule engagierte. Für die Leitung gewann er 1926 die "Schwestern Unserer Lieben Frau" und holte sie nach Berlin. Er selbst erteilte an der Schule auch Religionsunterricht, hieß es.

Als Dompfarrer und Dompropst an der Sankt Hedwigskirche (1931-1942) habe er sich nach den Novemberpogromen 1938 für verfolgte Juden eingesetzt. Dieser Einsatz und seine grundsätzliche Nazigegnerschaft führten 1942 zu Verurteilung, Gefängnishaft und Deportation in das KZ Dachau. Bernhard Lichtenberg starb auf dem Transport in das Konzentrationslager am 5. November 1943.

Im Jahr 1996 wurde der katholische Pater von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. 2004 ehrte ihn Israel als "Gerechter unter den Völkern". Sein Grab befindet sich in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg. (epd)

Foto:T. E. Ryen, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/...

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