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Covid-Quarantänestation für Obdachlose - Stadtmission erweitert ihr Angebot

Covid-Quarantänestation für Obdachlose - Stadtmission erweitert ihr Angebot
Veröffentlicht am Mo., 1. Feb. 2021 11:58 Uhr
WAS BEWEGT BERLIN?

Die Berliner Stadtmission erweitert die Kapazitäten ihrer Quarantänestation für Menschen ohne Obdach von 16 auf insgesamt 100 Betten. Finanziert wird das vom Berliner Senat für Integration, Arbeit und Soziales. Bischof Christian Stäblein, der geistliche Leiter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO), hat sich heute bei Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi, über die medizinischen Projekte des evangelischen Vereins informiert. Dabei segnete er sowohl die Patientinnen und Patienten der Quarantänestation als auch die medizinischen Pflegekräfte, die sich in der Lehrter Straße 68 um die erkrankten und isolierten Menschen kümmern.

Ab sofort stehen die zusätzlichen Betten in Einzelzimmern der dritten und vierten Etage des Jugendgästehauses für Menschen ohne Obdach bereit, die kurzzeitig isoliert werden müssen. Das ist dann der Fall, wenn jemand Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder jemand auffällige Symptome hat wie Erkältungszeichen mit Fieber. Nach einem positiven Schnelltest erfolgt nach Isolation noch der aussagekräftigere PCR-Test. Ist dieser ebenfalls positiv, kommen die Erkrankten in den Quarantänebereich.  Ärztin Sarah Klaes leitet die Quarantänestation seit Dezember. Sie erklärt: „Seit Mai 2020 waren zahlreiche Menschen in der Lehrter Straße untergebracht, die Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung hatten oder Kontaktpersonen waren. Die Quarantäne-Station hat in dieser Zeit zusätzlich mehr als 70 Gäste betreut, die positiv auf Corona getestet wurden. “          

Neuerkrankte Obdachlosen werden künftig in der ersten und zweiten Etage des Jugendgästehauses der Berliner Stadtmission versorgt, um ihnen eine zweiwöchige häusliche Quarantäne zu ermöglichen. Eingewiesen werden ausschließlich positiv getestete Covid-19-Patientinnen und -Patienten über das Bezirksamt Mitte von Berlin, in Absprache mit dem bezirklichen Amtsarzt, dem Gesundheitsamt und den Krankenhäusern. Die medizinische Grundversorgung ist für die Dauer der Quarantäne gesichert. Ziel ist es, dass die positiv getesteten Covid-19-Infizierten, in Ruhe genesen können. Dafür sorgen mehr als 30 Mitarbeitende, die den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten regelmäßig kontrollieren. Vom Senat gibt es für die Quarantänestation vorerst eine Finanzierungszusage bis zum 31. März 2021.

Ulrich Neugebauer leitet bei der Berliner Stadtmission die Niedrigschwelligen Hilfen. Er erklärt: „Wir haben durch kurzfristige Projektzusagen oft keine Planungssicherheit. Dadurch verlieren wir jedes Jahr qualifizierte, gut eingearbeitete Mitarbeiter.“ Die Berliner Stadtmission funktioniere wie eine christliche Feuerwehr, sagte Bischof Christian Stäblein, „und eine Feuerwehr stellt man auch nicht erst ein und bildet sie aus, wenn der Großbrand bereits entfacht ist.  Es ist wichtig, hochprofessionelle Teams im Dienst für die Stadt langfristig an sich zu binden.“ Dem stimmte Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi zu und ergänzte: „Nur wer sich mit Perspektive engagieren darf, kann nachhaltig zur Weiterentwicklung der Arbeitsfelder bei der Berliner Stadtmission beitragen.“

Foto: Martin Kirchner/EKBO