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Berliner Kältehilfe trotzt dem Winter

Berliner Kältehilfe trotzt dem Winter
Veröffentlicht am Di., 9. Feb. 2021 09:02 Uhr
WAS BEWEGT BERLIN?

Die Berliner Kältehilfe reagiert mit weiteren Unterkünften auf Schnee und Eis. Ab Dienstag stünden etwas mehr als 1.300 Übernachtungsplätze zur Verfügung, über 200 mehr als in der vergangenen Woche, sagte ein Sprecher der Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Außerdem seien weitere Busse mit Sozialarbeitern im Stadtgebiet im Einsatz, um Hilfsbedürftige aufzunehmen. Die Rede ist von dann insgesamt sieben bis neun Bussen, bislang waren es fünf.

Die evangelische Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion hat seit Samstagabend die Passionskirche am Marheinekeplatz in Kreuzberg für Obdachlose geöffnet. Sie könnten dort übernachten, bekämen ein warmes Abendessen und ein Frühstück, sagte Pfarrer Peter Storck auf Anfrage. Am Wochenende hätten jeweils etwa zehn Menschen in der Kirche übernachtet. Die Kirche bleibe bis auf weiteres jeweils bis 15 Uhr und dann wieder ab 18 Uhr geöffnet. Inzwischen werde die Gemeinde dabei aus der Nachbarschaft unterstützt.

Zu den in der vergangenen Woche zur Verfügung stehenden 1.090 Notübernachtungsplätzen seien am Samstag 100 weitere in einem Hostel in der Boxhagenerstraße im Stadtteil Friedrichshain hinzugekommen, sagte ein Sprecher der Senatssozialverwaltung. Dort kamen am Samstagabend rund 80 Menschen unter, darunter 47 vom zuvor aufgelösten Obdachlosencamp an der Rummelsburger Bucht sowie weitere aus der wieder geschlossenen Traglufthalle in Lichtenberg.

Seit Sonntag stehen auch in einer Einrichtung in der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik im Stadtteil Reinickendorf weitere 50 Plätze zur Verfügung. Hier sollen ab Dienstag bei Bedarf dann bis zu 100 Menschen unterkommen. Außerdem wurden in einem Hostel in der Köpenickerstraße 20 zusätzliche Plätze für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Die Hostels wie auch die Einrichtung in der ehemaligen Klinik sind rund um die Uhr geöffnet. Im Gegensatz zu den Notunterkünften können Menschen sich hier auch tagsüber aufhalten. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe von Freitag sind bundesweit bislang mindestens 17 Wohnungslose erfroren.

Längerfristig plant die Senatssozialverwaltung Menschen ohne Wohnung mit "Housing First" von der Straße zu holen. Das Pilotprojekt zur dauerhaften Unterbringung von Obdachlosen in Mietwohnungen solle verstetigt werden, erklärte Sozialstaatssekretär Alexander Fischer (Linke) in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

Aktuell gebe es 66 abgeschlossene Mietverträge. Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt läuft Ende September aus. Im Projektzeitraum sollen insgesamt etwa 70 bis 80 Wohnungen vermittelt werden.

Die Senatssozialverwaltung sprach sich für eine Verdopplung der bisherigen Mittel aus. Für den Doppelhaushalt 2022/2023 seien deshalb 1,3 Millionen Euro pro Haushaltsjahr angemeldet worden, davon 500.000 Euro für das Projekt "Housing First für Frauen".

Träger von "Housing First" sind der Sozialdienst Katholischer Frauen sowie die Berliner Stadtmission und Neue Chance gGmbH. Zielgruppe sind wohnungs- oder obdachlose Frauen und Männer. Die Personen akzeptieren dafür unter anderem eine wöchentliche Beratung. Berlin (epd).