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Wiedereröffnung des Hugenottenmuseums im Französischen Dom

Wiedereröffnung des Hugenottenmuseums im Französischen Dom
Veröffentlicht am Do., 28. Okt. 2021 15:13 Uhr
WOHIN IN BERLIN

Nach mehrjährigem Umbauprozess wurde das Hugenottenmuseum in Berlin anlässlich des diesjährigen Refugefestes am Freitag, 29. Oktober, feierlich wiedereröffnet.

„Obwohl das Berliner Hugenottenmuseum eines der kleineren privaten Museen in der reichen Berliner Museumslandschaft ist, repräsentiert es doch an einem historisch bedeutenden Ort einen nicht unwichtigen Teil der Berliner Stadt- und Kulturgeschichte“, sagt Pfarrer Dr. Jürgen Kaiser von der Französischen Kirche, der ältesten französischreformierten Gemeinde in Berlin und Brandenburg.

Nachdem der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1685 das Edikt von Potsdam erlassen hatte, fanden etwa 20.000 französische Glaubensflüchtlinge Aufnahme in Berlin und der Mark Brandenburg. Ihre Geschichte wird im Hugenottenmuseum Berlin anhand von Urkunden, Gemälden, Stichen, Büchern, Handschriften und Medaillen erzählt. Seit 1935 beherbergt der Französische Dom das Museum zur Geschichte der Hugenotten in Berlin und Brandenburg.

1685 beendete König Ludwig XIV. mit dem Edikt von Fontainebleau den konfessionellen Dualismus in Frankreich. Die französisch-reformierten Protestanten wurden dadurch schutzlos und zu Glaubensflüchtlingen. Trotz Auswanderungsverbots flohen 150.000 bis 200.000 Hugenotten und ließen sich in den reformierten Schweizer Kantonen, in England und Irland, in der Vereinigten Republik der Niederlande, in Schweden, Dänemark, Sankt Petersburg sowie in etlichen protestantisch-reformierten Territorien des Heiligen Römischen Reiches nieder; davon 15.000 bis 20.000 im Kurfürstentum Brandenburg, ermöglicht durch das berühmte „Edikt von Potsdam“ vom 29. Oktober 1685.

Vor allem die Residenzstadt Berlin wurde zu einem Anziehungspunkt. Die französischen Familien, Tagelöhner, Bauern, Handwerker, Kaufleute, Theologen, Wissenschaftler, Intellektuelle, Adlige und Militärs brachten ihre Kultur und viele Innovationen mit. Die Réfugiés wurden nach Generationen zum selbstverständlichen Teil der deutschen Gesellschaft.

Über diese Welt-Geschichte von Flucht und Integration informiert die neue Dauerausstellung „Refuge Berlin Brandenburg. Migration und Leben der Hugenotten 1762 bis heute“. In mehreren Themenräumen mit zahlreichen Medienstationen und authentischen Ausstellungsstücken wird im Französischen Dom am Gendarmenmarkt von dieser Emigrationserfahrungen der Réfugiés erzählt.  

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Besuch finden Sie hier 

Bild: Hugo Vogel: Empfang der Hugenotten durch den Großen Kurfürsten