ERÖFFNUNG

Ein Musikstück zu Beginn und das Eingangslied stimmen auf den Gottesdienst ein. Manche Lieder, die gesungen werden, sind mehr als 100 Jahre alt. Sie singen also Worte und Töne, die unzählige Menschen vor ihnen gesungen und gesprochen haben, und werden damit Teil einer großen Gemeinschaft in einer Wolke der Zeugen.

In anderen Gemeinden sind modernere Stücke beliebter. Was Ihnen zusagt und wo Sie sich zuhause fühlen können Sie letztlich nur selbst entscheiden. Nach dem ersten Lied folgt die Begrüßung, meist durch ein ehrenamtliches Gemeindeglied oder die Pfarrperson, die den Gottesdienst leitet. Die Begrüßung macht deutlich, in wessen Namen die Menschen versammelt sind: "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Gott, keine andere Macht, steht über dieser Feier. Die Gemeinde bekräftigt das mit dem hebräischen "Amen", ja, "so ist es /so soll es sein". Danach folgt ein Gebet, in dem sich die Gottesdienstbesucher auf die Begegnung mit Gott vorbereiten. In seiner traditionellen  Form war es ein Schuldbekenntnis, heute enthält es manchmal eine stille Zeit, um sich auf Gott zu besinnen und den Alltag der Woche abzulegen.

Wechsel zwischen Gemeinde und Pfarrerin

Der Introitus, das Psalmgebet, ist seit dem frühen Mittelalter Bestandteil des Gottesdienstes. Psalmen sind uralte hebräische Lieder, die Sie in der Bibel zwischen Altem und Neuem Testament finden. Die Verse werden entweder gesungen, oder von der Gemeinde im Wechsel untereinander oder mit dem Pfarrer gesprochen.   Wie auch die Lieder finden Sie den Psalm im Gesangbuch (EG 702-760); welcher an diesem Sonntag gebetet wird steht ebenfalls auf der Liedtafel.

Meist unmittelbar daran schließen sich Kyrie und Gloria an – ebenfalls Wechselgesänge zwischen dem Gottesdienstleitenden und der Gemeinde. Das Kyrie ist eigentlich ein antiker Huldigungsruf für weltliche Herrscher (deshalb auch in altgriechischer Sprache) und er verdeutlicht im Gottesdienst, dass Gott einzig anbetungswürdige Herrscher ist. Er wird dreimal wiederholt für die dreifaltige Natur Gottes – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Anschließend folgen die Lobgesänge (EG 177 und 179). Regelmäßige Gottesdienstbesucher können sie auswendig, deshalb sind sie manchmal nicht auf der Liedtafel vermerkt.

Im Tagesgebet wird das Thema des Gottesdienstes benannt und auf die Lesungstexte hingeführt. Danach folgt das, was unter den Gottesdienstprofis als „Verkündigungsteil“ bezeichnet wird: Die Lesungen aus der Bibel und ihre Auslegung durch die Pfarrerin oder den Pfarrer bzw. Prädikanten, Ehrenamtliche die besonders in der Gottesdienstgestaltung geschult wurden.

Foto: EKBO

KIRCHE BARRIEREFREI