VERKÜNDIGUNG

Für jeden Gottesdienst des Jahres gibt es vier festgelegte Bibeltexte. Der erste Text kommt aus dem Alten Testament, der zweite aus den Briefen des Apostels Paulus im Neuen Testament (Epistel). Der dritte Text ist das Evangelium für den Tag. Der vierte bildet die Grundlage für die Predigt. Manchmal sind der dritte und vierte Text identisch.

Für die Lesung der Bibeltexte steht die Gemeinde in einigen Kirchen, um damit Respekt vor dem Wort Gottes zu bezeugen. Sie antwortet auf die Lesung mit vorformulierten Sätzen, einem „Lob sei Dir o Herr“ oder „Lob sei Dir Christus“ und dem Apostolischen Glaubensbekenntnis (EG Nr. 804). Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (EG Nr. 805) wird seltener verwendet.

Die Bibel wurde vor fast zweitausend Jahren  geschrieben. Einige ihrer Teile sind noch älter. Dennoch gibt dieses Buch auch heute Millionen Menschen Orientierung für ihr Leben.

Alte Texte neu entdecken

Das kann nur geschehen, indem die biblischen  Texte immer wieder neu gelesen, hinterfragt und auf das heutige Leben bezogen werden. Auch wenn die Menschen, von denen erzählt wird, unter anderen Bedingungen gelebt haben als wir heute, haben sich Ihnen oft die gleichen Fragen gestellt: Richtiges Handeln in einer Konfliktsituation, der Umgang mit Schicksalsschlägen, die Frage nach dem Sinn des Daseins und der Frage nach Liebe und Glück

Die Menschen, deren Leben Eingang in die biblischen Erzählungen gefunden hat, haben an einem Punkt in ihrem Leben Gottes Gegenwart erfahren. Sie haben im Gebet und im Gespräch mit Gott einen Hinweis bekommen, wie es mit ihrem Leben weiter gehen kann, haben Kraft oder Hoffnung geschöpft oder einen Ort gefunden, an dem sie sich mit ihren Sorgen ernstgenommen gefühlt haben. In der Predigt werden diese Bezüge auf das heutige Leben übertragen, manchmal auch einfach die Umstände erklärt, unter denen besonders schwierige Bibeltexte entstanden sind. In politisch unruhigen Zeiten wurden Predigten auch genutzt, um verdeckt Missstände anzuprangern.

Lese- und Lebenshilfe

Nach der Predigt wird ein Lied (Predigtlied) gesungen, das den Gedanken der Predigt noch einmal aufgreift. Dabei wird der Klingelbeutel oder Kollektenteller herumgereicht: Eine freiwillige Spendensammlung der Gemeinde. In jedem Gottesdienst wird zweimal gesammelt: Nach der Predigt und am Ausgang. Das Geld kommt einmal einem Gemeindezweck und einmal einem Zweck außerhalb der Gemeinde zugute.

Der Spendenzweck wird im Gottesdienst angesagt. Auch wenn Sie Kirchensteuer zahlen, können Sie hier gern spenden: Mit der Kollekte werden Arbeitsbereiche und Einrichtungen unterstützt, die nicht oder nicht ausreichend durch  Kirchensteuer finanziert werden können oder bei Unglücken oder Naturkatastrophen direkte Hilfe ermöglichen. Über den eigenen Tellerrand zu sehen, die Not der anderen nicht zu vergessen, mit Bedürftigen zu teilen, erhält so einen sehr konkreten Platz im Gottesdienst.

3. Abendmahl

4. Segen

Foto: EKBO

UND WAS GLAUBST DU?!

Glaubenskurse laden Neugierige, Zweifler, Suchende und Fragende ein, den christlichen Glauben (neu) zu entdecken. Finden Sie heraus, welche Bedeutung der Glaube für Sie persönlich haben kann!