Erinnern und bewahren: Tag des offenen Denkmals

Erinnern und bewahren: Tag des offenen Denkmals

Erinnern und bewahren: Tag des offenen Denkmals

# WOHIN IN BERLIN

Erinnern und bewahren: Tag des offenen Denkmals


Kirchen sind weit mehr als steinerne Zeugen der Vergangenheit. Seit Jahrhunderten sind sie Orte der Begegnung, des Austauschs und der Gemeinschaft – und damit Teil von Netzwerken, die Stadt und Gesellschaft prägen. Wie passend, dass der Tag des offenen Denkmals 2026 unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ steht.

Am 12. und 13. September 2026 öffnen in Berlin wieder mehr als 300 Denkmale ihre Türen. Bei mehr als 700 Einzelveranstaltungen können Bauwerke neu entdeckt und Orte kennengelernt werden, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

Auch Kirchen und Kirchengemeinden sind mit zahlreichen Angeboten dabei. Führungen, Vorträgen und Besichtigungen zeigen Kirchenräume und Kapellen, Glockentürme und Friedhöfe, Altäre und Kanzeln, Orgeln, Glasfenster und viele weitere kunst- und kulturgeschichtliche Schätze aus nächster Nähe.

Das vollständige Berliner Programm bietet eine beeindruckende Fülle an Entdeckungsmöglichkeiten in allen Bezirken. Einige besondere kirchliche Highlights haben wir für Sie ausgewählt.

Alle Programmangebote finden Sie unter: https://denkmaltag.berlin.de/bezirke

 

Charlottenburg-Wilmersdorf

Bonhoeffer-Haus: Auf den Spuren des Widerstands

Das 1935 erbaute Haus der Familie Bonhoeffer ist heute Erinnerungs- und Begegnungsstätte. Bei Führungen geht es um das Netzwerk des Widerstands gegen das NS-Regime. Zu sehen ist auch Dietrich Bonhoeffers restauriertes Studierzimmer unter dem Dach.

Samstag, 12. September 2026, 10 bis 15 Uhr, Führungen nach Bedarf // Bonhoeffer-Haus, Marienburger Allee 43, 14055 Berlin

Mehr Infos: Programm des Landesdenkmalamtes
und Bonhoeffer-Haus Berlin

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche: Verborgene Verbindungen

Ein Blick hinter die berühmten blauen Fenster: Die Führungen führen durch den sonst unzugänglichen Geheimgang und auf die Turmruine. Im Mittelpunkt stehen technische und menschliche Verbindungen – vom Kaiserreich über die Nachkriegszeit bis zur Zukunft der Gedächtniskirche. Für Turm und Geheimgang sind Treppen zu bewältigen.

Samstag, 12. September 2026, 13 bis 21 Uhr, und Sonntag, 13. September, 11 bis 17 Uhr, jeweils zur vollen Stunde // Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Mehr Infos: Programm des Landesdenkmalamtes
und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Luisenkirche: 200 Jahre Name, Mythos und Frauenbilder

Vor 200 Jahren wurde Charlottenburgs älteste Kirche nach Königin Luise von Preußen benannt. Das Jubiläum nimmt die Gemeinde zum Anlass, den Mythos Luise und den Einfluss traditioneller Rollenbilder bis in die Gegenwart zu beleuchten. Zum Luisenfest gehören unter anderem ein Festkonzert mit einer eigens für das Jubiläum entstandenen Komposition, ein Festgottesdienst, eine Podiumsdiskussion, historische Ansichten der Kirche, der Stummfilm „Königin Luise“ von 1927 mit Live-Musik und Theater.

Samstag, 12., und Sonntag, 13. September 2026 // Luisenkirche, Gierkeplatz, 10585 Berlin

Am Samstag beginnt das Festkonzert um 19 Uhr. Am Sonntag ist die Kirche von 10 bis 19 Uhr geöffnet: Festgottesdienst um 11 Uhr, Podiumsdiskussion um 14 Uhr, Stummfilm mit Live-Musik um 17 Uhr; um 19 Uhr folgt im Café Theater Schalotte die Theateraufführung „Die Stadt braucht eine Kirche – wofür eigentlich?“.

Der Eintritt ist frei.

Mehr Infos: Luisenfest 2026
und Programm des Landesdenkmalamtes

Plötzensee: Zwei Gedenkkirchen am Pfad der Erinnerung

Zwei außergewöhnliche Kirchen erinnern in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte Plötzensee an Widerstand und Verfolgung: die katholische Gedenkkirche Maria Regina Martyrum und die evangelische Gedenkkirche Plötzensee. Gemeinsam mit weiteren Einrichtungen bilden sie ein Netzwerk der Gedenkarbeit am „Pfad der Erinnerung“. Am Samstag werden beide Kirchen bei Führungen vorgestellt.

Samstag, 12. September 2026: 16 Uhr Führung Maria Regina Martyrum, Heckerdamm 230; 17.30 Uhr Führung Ev. Gedenkkirche Plötzensee, Heckerdamm 226, 13627 Berlin

Maria Regina Martyrum ist Samstag und Sonntag von 8 bis 18 Uhr, die evangelische Gedenkkirche am Samstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Mehr Infos: Programm des Landesdenkmalamtes
und Ökumenisches Gedenkzentrum Plötzensee

Lichtenberg

Kirche Zur Frohen Botschaft: Die Amalien-Orgel hautnah erleben

Die weitgehend original erhaltene Amalien-Orgel von 1755 gilt als bedeutendste Barockorgel Berlins. Zu jeder vollen Stunde spielen fortgeschrittene Orgelschüler gemeinsam mit KMD Beate Kruppke rund 20 Minuten Musik verschiedener Epochen. Dazwischen führt Dr. Thomas Gebhardt an und hinter die Orgel.

Sonntag, 13. September 2026, 14 bis 17 Uhr // Kirche Zur Frohen Botschaft, Weseler Str. 6, 10318 Berlin

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Mehr Infos: Amalien-Orgel – Programm 2026

Mitte

St. Elisabeth: Performance und Ausstellung von Ya-Wen Fu

In „limɪn(ə)l flesh“ beschäftigt sich Ya-Wen Fu mit Körpern im Wandel und damit, wie Wahrnehmung, gesellschaftliche Strukturen und Technologie auf den Körper einwirken. Am Samstag ist die Ausstellung zunächst von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Ab 19.40 Uhr folgen drei Performances; um 21 Uhr gibt es einen Artist Talk mit Kuratorin Peggy Schoenegge. Am Sonntag ist die Ausstellung von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Samstag, 12. September 2026, Ausstellung 15 bis 18 Uhr, Performances und Artist Talk 19.40 bis 21.30 Uhr // Sonntag, 13. September, Ausstellung 12 bis 18 Uhr // St. Elisabeth, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin

Der Eintritt ist frei.

Mehr Infos: Kultur Büro Elisabeth – limɪn(ə)l flesh

Neukölln

Dorfkirche Britz: 700 Jahre Geschichte, Musik und Entdeckungen

Der Feldsteinbau vom Anfang des 14. Jahrhunderts gehört zu den ältesten Kirchen Berlins. Führungen um 13 und 16 Uhr nehmen die Baugeschichte in den Blick, um 14 Uhr können Kinder die Kirche erkunden. Um 15 Uhr gibt das Trio „Vita Sonante“ ein Konzert.

Sonntag, 13. September 2026, 13 bis 17 Uhr // Dorfkirche Britz, Backbergstr. 40, 12359 Berlin

Mehr Infos: Dorfkirche Britz beim Tag des offenen Denkmals

Spandau

Christophoruskirche: Zwangsarbeit bei Siemens & Halske

Die Ausstellung „Ohne Recht und Lohn. Zwangsarbeit für den Krieg bei Siemens & Halske“ erinnert an mehr als 40 Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs im Saal der Kirchengemeinde Siemensstadt interniert waren. Die Ausstellung erzählt ihre Geschichte und ordnet sie zugleich in das System der Zwangsarbeit im Deutschen Reich ein.

Sonntag, 13. September 2026, Ausstellungseröffnung 16 Uhr // Christophoruskirche, Schuckertdamm 338, 13629 Berlin

Schon ab 14 Uhr gibt es ein umfangreiches Denkmaltag-Programm: Festgottesdienst mit Konfirmationsjubiläum, ab 15 Uhr Kaffeetafel und Turmbesteigung, um 16 Uhr die Ausstellungseröffnung und um 17 Uhr 30 Minuten Musik.

Mehr Infos: Tag des offenen Denkmals in der Christophoruskirche
und Ausstellung „Ohne Recht und Lohn“

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