27/03/2026 0 Kommentare
Filmtipp von Julia Helmke: VIER MINUS DREI
Filmtipp von Julia Helmke: VIER MINUS DREI
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Filmtipp von Julia Helmke: VIER MINUS DREI
Auf das Herz hören: Julia Helmke stellt uns ihre ganz persönliche Oster-Filmbotschaft vor.
Passionszeit. Das heißt, Leiden und Tod in das eigene Leben lassen. Die Frage aushalten, die Jesus am Karfreitag stellt: Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Dagegen meint Ostern: Nicht in der individuellen und gesellschaftlichen Verzweiflung bleiben, sondern darauf vertrauen, dass der Tod nicht das letzte Wort ist, sondern Leben zurückkommt – vielleicht anders als gedacht. Mein Filmtipp ist ganz eindeutig ein Passions- und Oster-Film und lief aktuell auf der Berlinale 2026. Am 16. April kommt er in die Kinos: „VIER MINUS DREI“ von Adrian Goiginger (Österreich/Deutschland 2026).
Der Film beruht auf einer wahren Geschichte aus dem Jahr 2010. Das macht das Anschauen nicht einfacher. Barbara und ihr Mann Heli arbeiten als Clowns. Barbara schenkt als Krankenhaus-Clown Menschen im Krankenhaus einen Moment der Leichtigkeit und eine neue Perspektive, Heli bringt vor allem Kinder zum Lachen. Sie bekommen selbst zwei Kinder. Der jungen Familie dabei zuzusehen, wie sie dem Leben stets eine spielerische und kreative Seite abgewinnen, macht schon beim Zuschauen gute Laune. Groß ist ihre Fähigkeit in Momenten des Scheiterns und der Enttäuschung Humor zu finden. Dann bricht der Tod in das fröhliche Leben. Bei einem Unfall sterben Heli und beide Kinder. Barbara bleibt allein zurück, untröstlich. Freunde versuchen, sie aufzufangen, ihr Schmerz ist unermesslich groß. Gegen den Willen der streng-religiösen Schwiegermutter feiert sie im Sinne von Heli eine Clowns-Beerdigung. Das Unglück geht weiter: Barbara verliert ihre Stelle als Klinik-Clown mit der Begründung, dass eine trauernde Mutter und Ehefrau eher eine Belastung darstelle und andere nicht trösten könne.
Es wird viel geweint, und dennoch hält Barbara am Leben und an ihrer positiven Einstellung zum Leben fest. Ihre Clowns-Kunst schafft es, immer wieder neue Perspektiven auf das eigene und fremde Leben zu finden. Indem sie auf ihr Herz hört und im Zutrauen in die Kraft, die ihr zuwächst, kann sie sagen: „Ich bin am Leben und möchte Teil des ganz normalen Lebens bleiben“. Barbaras Worte im Film erinnern mich an den Beginn von Marie Luise Kaschnitz‘ Gedicht „Auferstehung“: „Manchmal stehen wir auf. Stehen wir zur Auferstehung auf. Mitten am Tage. Mit unserem lebendigen Haar. Mit unserer atmenden Haut.“
Das Spiel von Valerie Pachner (Barbara) und Robert Stadlober (Heli) ist in aller Verletzlichkeit grandios. Der Film ist für mich so sehenswert und österlich, da er zeigt, wie Leben auch nach der schlimmsten Katastrophe weitergehen darf und dass Trauerwege so unterschiedlich sind wie das Leben selbst.
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