07/01/2026 0 Kommentare
Franz Schubert: Winterreise
Franz Schubert: Winterreise

Die „Winterreise“ – ein Kranz schauerlicher Lieder – so kündigte Schubert seinen Freunden 1827 seinen neuen Liederzyklus an. Franz Schubert und die Lieder – mehr als 600 hat er in seinen 31 Lebensjahren geschrieben. Darunter die beiden Zyklen Winterreise und Schöne Müllerin, die beide zum Schönsten gehören, was in der Gattung Lied je geschrieben wurde.
Die Texte stammen in beiden Fällen von Wilhelm Müller und behandeln eigentlich sehr Ähnliches – das Scheitern einer großen Liebe. In der „Schönen Müllerin“ wird die Geschichte vom aufbruchfreudigen Müllergesellen erzählt, der sich in die Müllerstochter verliebt. Doch für das Mädchen scheint er eher eine Tändelei zu sein und außerdem bietet sich in der Person des Jägers eine gesellschaftlich viel höherstehende Partie an – der Jüngling erkennt, verzweifelt und geht daran zu Grunde.
Während also in der Müllerin eine Geschichte erzählt wird, ist die „Winterreise“ eigentlich eine Beschreibung von absolut tiefstem Schmerz in 24 Liedern. In den einzelnen Liedern gibt es immer wieder Hinweise auf ein glücklicheres „Früher“ – aber nicht die Geschichte ist hier das Wichtige, sondern nur die verschiedenen Arten von Grauen, Schmerz und Verzweiflung. Aber über allem ist eine solche Schönheit in der Musik und den Texten, dass der Hörer und die Musiker in diesem Schmerz, den jeder von uns wohl so oder ähnlich in seinem Leben erlebt hat, nicht versinken, sondern erhoben und bereichert werden.
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