Generalsuperintendentin Julia Helmke: Klimaschutz in Berlin nicht vernachlässigen

Generalsuperintendentin Julia Helmke: Klimaschutz in Berlin nicht vernachlässigen

Generalsuperintendentin Julia Helmke: Klimaschutz in Berlin nicht vernachlässigen

# WAS BEWEGT BERLIN?

Generalsuperintendentin Julia Helmke: Klimaschutz in Berlin nicht vernachlässigen

Klimaschutz und Unterstützung für junge Menschen: Hier sollte die Berliner Politik nach Überzeugung von Julia Helmke aktiver sein. Die 57-Jährige ist in der Kirche für die Stadt mit ihren mehr als 400.000 evangelischen Kirchenmitgliedern zuständig.

Berlin (epd). Vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September hat die Theologin Julia Helmke die Politik aufgerufen, drängende Zukunftsfragen stärker auf die Agenda zu setzen. Handlungsbedarf sehe sie besonders in der Jugendpolitik und beim Klimaschutz, sagte die Berliner Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Persönlich erschüttert mich, wie stark gerade das Thema der Bewahrung von Schöpfung und allen Geschöpfen in den Hintergrund rückt", sagte Helmke: "Klimaschutz und Klimaanpassung sind wichtig." Die Transformation zur Klimaneutralität müsse gestärkt werden. Sie erlebe bei dem Thema inzwischen "gerade bei jungen Menschen eine große Angst bis hin zum Gefühl der Ohnmacht und zur Resignation".

Kirche nicht nur für Religion zuständig

Der Senat sollte alternative, umweltfreundliche Mobilitätsmodelle und den öffentlichen Nahverkehr unterstützen, sagte Helmke. Weder in der Kirche noch in der Politik dürfe "in ein Denken oder Modelle von vorgestern investiert werden". Wichtig sei zudem, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene entfalten können und dafür auch Unterstützung bekommen.

Auch vom nächsten Senat erwarte sie, dass Kirche "nicht nur als für Religion zuständig gesehen" wird, sondern als Partner und kritisches Gegenüber, betonte die 57-jährige promovierte Theologin: "Unser umfassendes Engagement im sozialen und Bildungsbereich sollte weiter gesehen werden."

Auch der Religionsunterricht, der in Berlin weiter kein reguläres Schulfach ist, müsse auf der Agenda bleiben, sagte Helmke. Zudem seien Fragen von Gebäudenutzung und Gebäudeumnutzung im kirchlichen Bereich ein großes Thema. Dazu gebe es bereits eine Lenkungsgruppe von Stadt und Kirche, die auf einem guten Weg sei.

Orte des Miteinanders schaffen

Kirche und Politik sollten zum Wohl der Stadt Berlin "auf eine Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens setzen und schauen, wie wir so auch an sozial herausfordernden Orten Orte des Miteinanders schaffen können", sagte Helmke. Dazu gehöre im interreligiösen Dialog, "einander ehrlich auch die hellen und dunklen Seiten der jeweiligen Religion zu zeigen".

Klare Grenzen im Dialog seien "dort, wo Menschenwürde missachtet, das Grundgesetz verachtet, Minderheiten diffamiert werden, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern von der Tagesordnung genommen wird, wo nationalistisch gedacht und ausgegrenzt wird", sagte die Theologin: "Und das gilt weit über bestimmte religiöse Prägungen hinaus." (epd)

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