Szenisch-musikalische Entdeckungsreise in die Welt der deutschen Mystik

Szenisch-musikalische Entdeckungsreise in die Welt der deutschen Mystik

Szenisch-musikalische Entdeckungsreise in die Welt der deutschen Mystik

Sonntag, 8. November 2026, 18:00 Uhr
Evangelische Dreifaltigkeitskirche, Gallwitzallee 6, 12249 Berlin
Schauspieler Michael Hanemann und Leonard Scheicher, Cimbalistin Enikö Ginzery
Eintritt frei, Spende erbeten

„Siehe du blinder Mensch, ich will‘s dir zeigen: 
Gehe auf eine Wiese; da siehst du mancherlei Kraut und Blumen: 
du siehst süße, saure, gelbe, rote, blaue. 
Missgönnet auch eins dem andern seine schöne Gestalt? 
Haben sie nicht alle eine Mutter, daraus sie wachsen? 
Sind also nicht alle Seelen, alle Menschen aus EINEM?“ 
Jacob Böhme, Aurora oder Morgenröte im Aufgang, 21,15

Jacob Böhme (1575–1624) war seiner Zeit weit voraus. Wenn wir heute von «Mystik» sprechen, denken viele an Magie und Geheimnisse. Doch für den einfachen Schuhmacher aus der Oberlausitz war Mystik das genaue Gegenteil. Mystik war für ihn der mutige Blick nach innen, die unmittelbare Erfahrung von Verbundenheit und die Einheit von Mensch und Natur. Weil er diese Freiheit des Denkens lebte und Gott nicht in Kirchenmauern, sondern im Menschen suchte, wurde er von der Obrigkeit als Ketzer verdammt. 

Doch seine visionäre Kraft blieb lebendig: Große Philosophen wie Hegel und Schopenhauer sowie Generationen von Künstlern ließen sich von seiner Suche nach Wahrheit inspirieren. Seine Texte haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

Sonntag, 8. November 2026, 18 Uhr
Dreifaltigkeitskirche Lankwitz
Gallwitzallee 6, 12249 Berlin

Erleben Sie an diesem Abend eine außergewöhnliche Inszenierung, die Böhmes kraftvolle Sprache und seine lebendige Philosophie sinnlich erfahrbar macht:

Die Lesung: Die renommierten Schauspieler Michael Hanemann und Leonard Scheicher erwecken Böhmes visionäre Originaltexte zum Leben. Abseits von starren Dogmen spüren sie dem tiefen, menschlichen Kern seiner Gedanken nach.

Die Musik: Der Abend wird von Enikö Ginzery am Cimbalom musikalisch begleitet. Dieses in Deutschland seltene Instrument erzeugt mit seinen ungewöhnlichen, tiefen Schwingungen eine besondere Atmosphäre, die den Texten Raum zum Nachklingen gibt.

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