29/09/2026 0 Kommentare
Musik im Film: Die lauten und die leisen Töne
Musik im Film: Die lauten und die leisen Töne
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Musik im Film: Die lauten und die leisen Töne
Film, Kinofilm ist ohne Musik nicht denkbar. Selbst der Stummfilm war stets von Musik begleitet – meist live von einem Klavier im Kinosaal, manchmal auch von der Kino-Orgel. Filme sind Emotionsmaschinen, sagte einmal der praktische Theologe und langjährige Filmbeauftragte der EKD, Hans-Werner Dannowski. Musik im Film schafft es, Gefühle zu transportieren, hervorzurufen, zu bestärken oder zu verändern – direkt ins Herz gehend.
Ich denke an „Gabriellas Lied“ aus dem Film „Wie im Himmel“ (2004), in dem eine misshandelte Ehefrau im Kirchenchor ihre Stimme und so wieder zu sich findet. Oder an den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ (2004), in dem von der Gesellschaft aufgegebene Kinder Selbstwertgefühl und Gemeinschaftsgeist erleben. Musik ist die schönste Gottesgabe – auch im Kino.
Unendlich viele Musikfilme gäbe es zu nennen. Ein Film, der mich beim wiederholten Sehen sehr beeindruckt, ist das französische Drama „Die leisen und die großen Töne“ (Emmanuel Courcol, 2024). Der Film handelt von zwei Brüdern, die sich erst spät im Leben kennenlernen. Thibaut ist ein erfolgreicher Dirigent, der an Leukämie erkrankt. Zufällig – weil seine Geschwister für eine Knochenmarksspende nicht in Frage kommen - erfährt er, dass er adoptiert ist. Und begibt sich auf die Suche nach seiner Herkunftsfamilie. Sein jüngerer leiblicher Bruder Jimmy lebt bei einer Pflegemutter im Norden Frankreichs, er arbeitet in einer Kantine – und spielt Posaune. Milieus, Lebensvorstellungen und auch Musikgeschmack prallen aufeinander. Beide lernen sich kennen, auch Jimmy ist musikalisch begabt, traut sich jedoch wenig zu.
Es ist ein Film über die Kraft der Musik, die Menschen hilft, sich zu entwickeln und miteinander Gemeinschaft zu leben. Ein Film über die Frage nach Schicksal und Fügung: warum erhielt der eine eine Chance, die dem anderen verwehrt geblieben ist. Es geht um Vergebung und Heilung. Der Film zeigt, wie viel Disziplin und Aufwand es braucht, um selbst ein Instrument spielen zu lernen, und dass sich Prioritäten im Leben manchmal schneller verändern, als man es hofft und aushält. Es ist nicht zuletzt ein Film über Liebe – mit allen Zwischentönen, den leisen und lauten und am Ende einem großen Zusammenklang, der selbst den Tod überwindet.
„Die leisen und die großen Töne“. Emmanuel Courcol, 2024
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