ERNTEDANK

 

Das Erntedankfest ist die traditionelle Feier, mit der Christínnen und Christen Gott im Herbst für die Ernte und den Ertrag der Arbeit danken. Es wird am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ beten Christinnen und Christen in jedem Gottesdienst. Diese Bitte um die lebensnotwendigen Dinge findet ihre Entsprechung im Erntedank. Beides enthält das Wissen darum, dass bei allem technischen Fortschritt das menschliche Leben in Gottes Hand liegt und wir die Voraussetzungen unseres Lebens nicht selbst bestimmen können.

An andere denken

In der Bibel hat der Erntedank eine lange Tradition: So berichtet das erste Buch Mose, dass Adams Sohn Kain die ersten Früchte seiner Ernte auf dem Altar opferte, sein Bruder Abel tat das gleiche mit einem Schaf seiner Herde. In allen Kulturen und Religionen gibt es vergleichbare Feste.

Zum Erntedank wird der Altar mit Ähren, Blumen und Feldfrüchten herbstlich geschmückt, manchmal wird eine Erntekrone auf den Altar gelegt oder in der Kirche aufgehangen. Viele Gemeinden sammeln an diesem Tag auch Lebensmittelspenden für Bedürftige oder Kindergruppen besuchen mit den Erntegaben Menschen, die nicht selbst zur Kirche kommen können.

Bewahren der Schöpfung

Das Erntedankfest ist eine eher ländliche Tradition, hat aber gerade deshalb in der Stadt eine große Bedeutung: Wo Lebensmittel Tag und Nacht im Supermarkt verfügbar sind, wird schnell vergessen, welche Mühen und Unsicherheiten hinter dieser Vollversorgung stehen. Lebensmittelskandale und ein neues Ernährungsbewusstsein haben das Fest neu belebt.

Das Erntedankfest ist heutzutage auch ein Anlass, an die Bewahrung der Schöpfung zu erinnern. Themen wie Gentechnik, konventionelle Landwirtschaft, Industrialisierung und Braunkohleabbau waren in den vergangenen Jahren deshalb oft Teil der Erntedankgottesdienste.

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